Solarenergie mit gigantischem Ausbaupotenzial

Die Nutzung Erneuerbarer Energien ist ein wichtiger Baustein zur Verringerung des fortschreitenden Klimawandels. Eine gute und häufig wirtschaftliche Möglichkeit zur Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energien ist die Installation von Photovoltaik(PV)-Anlagen auf den Dachflächen von Gebäuden. 50.000 Photovoltaikanlagen auf Dächern gibt es in Schleswig-Holstein. Das Ausbaupotenzial beträgt mindestens 5 x so viel. Statt 1,3 Gigawatt Leistung könnten es 9 Gigawatt sein, die für eine klimafreundliche Stromversorgung aus Sonnenenergie eingesetzt werden.

Hier setzt die Solaroffensive Schleswig-Holstein der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH (EKSH) an. Mit ihren starken Partnern bietet die Solaroffensive ein umfassendes, unabhängiges Informations- und Beratungsangebot vor Ort, zu Hause und online.

Die Angebote der Solaroffensive richten sich hauptsächlich an Eigentümer von Einfamilienhäusern, andere Interessierte wie Eigentümer von und Mieter in Mehrfamilienhäusern, kommunale Akteure oder auch Gewerbetreibende erhalten Hinweise auf die für sie vorhanden Informations- und Beratungsangebote.

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Einfamilienhäuser
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Informationen für Einfamilienhaus­eigentümer

Für Eigentümer von Einfamilienhäusern bietet die Solaroffensive ein dreistufiges Beratungsangebot:

  1. PV-Sprechstunde
    In der PV-Sprechstunde geben die erfahrenen unabhängigen Energieberater der Verbraucherzentrale erste Informationen, was bei einer Solaranlage beachtet werden sollte. Anhand abgefragter Werte, wie Dachneigung, Dach-Ausrichtung und dem jährlichen Stromverbrauch findet eine erste Annäherung zum möglichen Ertrag der Sonnenenergie statt. Neben der Beschaffenheit des Daches ist für die Planung wichtig, ob die Solaranlage zukünftig auch Energie für ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe liefern soll. Die Termine für die PV-Sprechstunde finden Sie unter Beratungstermine.
  2. Eignungs-Check-Solar
    Jedes Haus mit seinen Bewohnern ist einzigartig. Daher ist eine Besichtigung vor Ort wichtig. Beim Eignungs-Check Solar besucht Sie ein unabhängiger Energieberater der Verbraucherzentrale zu Hause und prüft, ob sich das Gebäude für eine Photovoltaik-Anlage und/oder eine Solarthermie-Anlage eignet. Es wird also geschaut, ob die Sonnenenergie für die Erzeugung von Strom oder auch von Wärme in Form von Warmwasser-Bereitung oder einer Heizungsunterstützung genutzt werden kann. Bei diesem Vor-Ort-Termin nimmt der Berater im etwa eineinhalbstündigen Gespräch den Dach-Typ, den Dachzustand, die Dachschräge sowie einen möglichen Verschattungsgrad unter die Lupe und prüft die Anschlussmöglichkeiten. Er ermittelt die passende Größe und den voraussichtlichen Ertrag der Solaranlage. Außerdem weist er auf erforderliche bauliche und technische Voraussetzungen hin. Einige Tage später gibt es Post. Die Ergebnisse aus dem Check werden in einem Bericht erfasst und mit Informationen zu Kosten und Fördermöglichkeiten abgebildet. Der Eignungs-Check Solar hat einen Wert von 312 Euro. Dank der Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie beträgt sein Preis 30 Euro. Für die ersten 250 Mitglieder vom Verband Wohneigentum Siedlerbund und von Haus & Grund Schleswig-Holstein übernimmt die EKSH die 30 Euro Eigenbeteiligung bei Inanspruchnahme des Eignungs-Checks-Solar der Verbraucherzentrale.
  3. Überprüfung von Angeboten
    Der dritte Schritt zur Solaranlage ist das Einholen von Angeboten. Drei sollten es gerne sein, damit ein Vergleich stattfinden kann. Der erste Blick gilt in der Regel dem Preis. Doch ob die Dimensionierung der Anlage zum Haus und seinen Bewohnern passt, ob kein Nachtrag zu erwarten ist, sagt der Endpreis nicht aus. Die Energieberater der Verbraucherzentrale schauen in einer weiteren Sprechstunde über die vorgelegten Angebote und beurteilen die Positionen und Leistungen nach Qualität und Quantität. 
Mehrfamilienhäuser
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Informationen für Mehrfamilienhauseigentümer und Mieter

www.durchblick-energiewende.de/mieterstrom
BEN-Broschüre herunterladen

Informationen für kommunale Akteure

www.ib-sh.de 
Photovoltaik Broschüre herunterladen

Gewerbe & Industrie
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Informationen für Gewerbetreibende

Termine

Informationsveranstaltungen und PV-Sprechstunden in unterschiedlichen Regionen Schleswig-Holsteins. Auftakt-Veranstaltung ist die NordBau am Sonntag, den 12. September.

Zur Termin Übersicht
Auftaktveranstaltung NordBau
Neumünster
So, 12.09.2021

Beispiele für PV-Anlagen

Wohnhaus mit Photovoltaik-Solaranlage
Wohnhaus mit Photovoltaik-Solaranlage
Wohnhaus mit Photovoltaik-Solaranlage
Wohnhaus mit Photovoltaik-Solaranlage

Beispiel-Rechnungen

6,66 kWp PV-Anlage

  • Süd / West Ausrichtung auf Ziegeldach
  • Inkl. Montage
  • 1.230,00 € Netto/ kWp
  • Zusätzlicher Aufwand zum E-Anschluss 1.990,00 € Netto
  • Gesamtkosten 10.200 € Netto

29,82 kWp PV-Anlage

  • Südausrichtung auf Blech / Ethernit
  • Inkl. Montage
  • 735,00 € Netto / kWp
  • Zusätzlicher Aufwand zum E-Anschluss von 3.000,00 € Netto
  • Gesamtkosten 24.900 € Netto

7,5 kWp PV-Anlage samt 5,1 kWh Speicher

  • Südausrichtung auf Ziegeldach
  • Inkl. Montage
  • 1.600,00 € Netto / kWp
  • Zusätzlicher Aufwand zum E-Anschluss von 2.500,00 € Netto
  • Gesamtkosten 14.500 € Netto

Nachrüsten einer Wallbox, 11 kW

  • 11 kW Wallbox inkl. Montage und Inbetriebnahme
  • Kabelverlegung in Eigenregie
  • 1.050,00 € Netto

Familie Muster verbraucht im Jahr 3.500 kWh Strom und besitzt eine 5 kWp-Dach-PV-Anlage mit einem 5 kWh-Speicher. Mit der PV-Anlage erzeugt Sie 4.750 kWh Strom pro Jahr und der Speicher ermöglicht es, ganzjährig mindestens 90 % des Strombedarfs zu decken – lediglich von November bis Januar ist keine vollständige Eigenversorgung möglich. Familie Muster nutzt somit 3.200 kWh ihres PV-Stroms selbst, kauft 300 kWh vom Stromanbieter zu und speist 1.550 kWh ein.

Eigenverbrauch =
3.200 kWh/Jahr 4.750 kWh/Jahr
= 0,67 = 67 %
Autarkie =
3.200 kWh/Jahr 3.500 kWh/Jahr
= 0,91 = 91 %

Förderung, Zuschüsse & Kostenvorteile

Der in das Netz eingespeiste Strom wird nach EEG vergütet. Die aktuellen Vergütungssätze finden Sie hier.

Für die Installation einer PV-Anlage können Sie bei der KFW-Bank auch einen zinsgünstigen Kredit erhalten. Informationen zum KfW-Kredit 270 erhalten Sie hier.

Eine Förderung im Rahmen der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist nur möglich, wenn keine Förderung bzw. Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in Anspruch genommen wird. Anlagen zur Stromerzeugung, für die eine Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in Anspruch genommen werden soll, erhalten somit keine Förderung nach der BEG-Richtlinie. Eine Förderung ist damit nur für Anlagen zur ausschließlichen Eigenstromversorgung möglich.

Hintergrundinformationen

Pro installierte Kilowatt Leistung (kWp) können auf einem der zahlreichen geeigneten Dächer in Schleswig-Holstein durchschnittlich 950 kWh Strom erzeugt werden. Lassen Sie sich von einem Energieberater oder Ihrem Solateur vor Ort Ihr genaues Dachpotenzial ermitteln. Sie wohnen in Kiel oder Kreis Plön? Dort gibt es sogenannte „Solar-Kataster“, die Ihnen die Eignung Ihres Hauses zeigen.

Jede PV-Anlage ist zwar allgemein gesehen gleich, aber es gibt trotzdem sehr viele Stellschrauben an denen, nicht nur preistechnisch, zu drehen ist.

  • Jedes Dach eines Hauses ist unterschiedlich. Ist es ein Neubau? Handelt es sich um einen Altbau? Ist das Dach aus Eternit oder Blech? Sind die Dachpfannen aus Beton oder Ton? Wie hoch ist das Dach? Ist ein Gerüst notwendig oder muss ein Teleporter bestellt werden?
  • Wie ist der Zustand der Elektroinstallation? Bei älteren Häusern kann eine komplette Modernisierung der Elektroinstallation notwendig sein, im Neubau ist der Arbeits- und auch Materialaufwand geringer.
  • Welche Komponenten wünscht der Kunde? Sind hochwertige Komponenten wie z.B. „Fullblack-Module“ gewünscht, treibt es den Preis in die Höhe, sollen die Komponenten eher einfach gestrickt sein, wird es wiederum günstiger. Soll es ein deutscher oder ein chinesischer Modulhersteller sein?

Grundsätzlich gilt: Je höher der (Eigen)-verbrauch, desto wirtschaftlicher wird es!

  • Die sogenannte „Volleinspeiseranlage“, wie sie gerade früher oftmals gebaut wurde, gibt es nur noch sehr selten. Der Trend liegt ganz klar in der Optimierung des Eigenverbrauches. Daher das Motto „Je mehr Eigenverbrauch möglich, desto wirtschaftlicher die Anlage“.
  • Ist eine PV-Anlage bei einem geringen Verbrauch von ca. 2.500 kWh/Jahr gewünscht, so wird eine zufriedenstellende Wirtschaftlichkeit schwerer zu erreichen sein, als wenn zum Beispiel eine Wärmepumpe verbaut ist und der Jahresverbrauch bei ca. 6.000 kWh liegt.

Entscheidend ist, dass jede PV-Anlage individuell konzipiert wird. Die nachfolgenden Beispiele vermitteln entsprechend Richtpreise spezifischer Anlagenkonfigurationen. Sie sind nicht allgemeingültig, denn jedes PV-Projekt ist einzigartig. Im persönlichen Gespräch und einer individuellen Beratung können Sie Ihre individuellen Rahmenbedingungen und die Wirtschaftlichkeit besprechen.

Eigenverbrauch rechnet sich!

Die aktuelle Einspeisevergütung beträgt 7,14 ct/kWh (Oktober 2021). Bei einem durchschnittlichen Strompreis in Schleswig-Holstein von 32,13 ct/kWh inkl. MwSt. liegt die Ersparnis beim Eigenverbrauch des PV-Stroms bei bis zu 24 ct/kWh.
Folgende Grafik zeigt den Unterschied zwischen der Einspeisevergütung und dem durchschnittlichen Strompreis für Haushaltskunden in Schleswig-Holstein für die letzten zehn Jahre.

PV-Wissen kompakt

Mann montiert Photovoltaik-Solaranlage

Was ist Photovoltaik (PV)?

Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht direkt in elektrische Energie um. Dies geschieht in den zu Modulen zusammengefassten Solarzellen. Mehrere Module zusammen (Anzahl ist abhängig von der gewünschten Leistung) ergeben mit dem Wechselrichter, der den von den Solarzellen gelieferten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt, dem Montagesystem und der Verkabelung die PV-Anlage.

Ladestation zuhause

Wie kann PV genutzt werden?

Der von der PV-Anlage erzeugte Strom kann im Haus selbst genutzt oder in das Netz eingespeist werden. Dieser eingespeiste Strom wird von der zuständigen Netzbetriebsgesellschaft gemäß dem Erneuerbaren Energien Gesetz vergütet. Je höher die Eigennutzung ist, desto höher ist die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage, da die Stromkosteneinsparung bei der Eigennutzung deutlich höher als die Einspeisevergütung ist. Zur Steigerung der Eigennutzung ist die zusätzliche Installation eines Batteriespeichers und/oder einer Wärmepumpe, die Anschaffung eines Elektroautos mit Aufladung zuhause oder die Warmwasseraufbereitung in Durchlauferhitzern oder mit Heizstäben im Wasserspeicher möglich.

Die Solaroffensive SH ist eine Aktion von fünf starken Partnern

Mit den Partnern Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) Schleswig-Holstein, Verbraucherzentrale (VZ) Schleswig-Holstein, Haus & Grund Schleswig-Holstein – Verband Schleswig-Holsteinischer Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer e. V. – (Haus & Grund SH) sowie Verband Wohneigentum Siedlerbund Schleswig-Holstein e.V. bietet die Solaroffensive ein umfassendes, unabhängiges Informations- und Beratungsangebot vor Ort, zu Hause und online. Die Angebote der Solaroffensive richten sich hauptsächlich an Eigentümer:innen von Einfamilienhäusern, andere Interessierte wie Eigentümer:innen von Mehrfamilienhäusern, Kommunen oder auch Gewerbe und Industrie erhalten Hinweise auf die für sie vorhanden Informations- und Beratungsangebote.